Während in der herkömmlichen Bullenmast mit ausgetüftelten Kraftfuttergaben und durch Stallhaltung eingeschränkte Bewegungsmöglichkeiten Tageszunahmen von über 1.500 g  erreicht werden, nehmen Galloways bei der Extensivhaltung als der einzig sinnvollen Haltungsform für diese Rasse im allgemeinen nur zwischen 400g und 800g pro Tag zu. Die Galloways vom Haupthof haben ganzjährigen Weideauslauf; im Gegensatz zur Stallhaltung in der Rindermast sind die Galloways  jeden Tag in Bewegung – der damit einhergehende Energieverbrauch geht natürlich zu Lasten der Gewichtszunahmen.

Die Galloways vom Haupthof werden zu deutlich über 95% mit Gras und auf den Weiden wachsenden Wildpflanzen ernährt, das während des Sommerhalbjahres auf den hofeigenen Weiden und Brachflächen direkt abgefressen wird und im Winterhalbjahr in Form von auf diesen Weiden selbst gewonnener Gras- und Kräutersilage gefüttert wird. Der verbleibende Futteranteil setzt sich überwiegend aus Lockfutter wie Altbrot, Rübenschnitzeln und ein paar nach der Maisernte auf dem Feld verbliebene Maiskolben zusammen. Kraftfuttergaben oder sonstige Beimischungen sind ausgeschlossen. Nur so kommt die einzigartige Fleischqualität zustande, welche mit herkömmlichen Rindfleisch nicht vergleichbar ist.

Durch diese Extensivhaltung ergeben sich weit höhere Erzeugungskosten als in der normalen Rindermast. Dies wird von qualitätsbewussten Verbrauchern honoriert: Trotz der im Vergleich zu herkömmlich erzeugtem Rindfleisch höheren Verkaufspreise lässt sich Galloway-Genussfleisch zügig absetzen. Dies wird um so mehr gelten, wenn das Freihandelsabkommen mit den USA abgeschlossen werden sollte: Für diesen Fall sind noch mehr mittels Wachstumshormonen erzeugte Rindfleischangebote zu besorgen, welche aufgrund ihrer niedrigeren Erzeugungskosten das Angebot an herkömmlich erzeugtem hormonfreien Rindfleisch weiter zurückdrängen wird.

Die höheren Galloway-Genussfleischpreise haben Begehrlichkeiten geweckt: Versuche, die Tageszunahmen bei Galloways durch Anwendung der üblichen Mastmethoden massiv zu steigern sind – glücklicherweise – gründlich daneben gegangen: Durch Verfettung wie auch die ungünstige Verschiebung der Omegafettsäurenanteile blieb die Fleischqualität auf der Strecke.